Nach 62 Tagen ist er gekommen, der Tag an dem wir unser Wohnmobil wieder abgeben müssen. Trotz aller Startschwierigkeiten hat es uns sicher in die Hauptstadt von Westaustralien gebracht. Satte 8260 Kilometer haben wir zurück gelegt. Da wir erst um 15 Uhr in unser Air BnB in Fremantle einchecken können, den Camper aber spätestens 15:30 bei Cruisin, die in der Nähe des Flughafens sitzen, abgeben müssen, haben wir ein kleines logistisches Problem. Wir fahren erst einmal Richtung Fremantle, da wir immer noch hoffen, dass das Haus rechtzeitig bereit ist. Am South Beach kühlen wir uns etwas ab, aber sobald man das Wasser verlässt, fängt man wieder an zu schwitzen, weil nicht mal das kleinste Lüftchen weht. So kennen wir Westaustralien gar nicht, normalerweise bläst einem hier immer der Wind um die Ohren.

Als wir um 14 Uhr immer noch nichts gehört haben, machen wir uns auf Richtung Flughafen. Die Rückgabe des Campers geht zügig und es gibt nichts zu beanstanden. Wir bestellen uns das grösste verfügbare Uber und hoffen, dass wir alle und unser Gepäck rein passen. Der Plan geht leider nicht auf, da ich Charlie nicht auf den Schoss nehmen darf. Das ist in WA nur bis 2 Jahre erlaubt. Also fahren Werner und die Jungs mit dem Gepäck vor und ich bestelle mir ein anderes Uber. Denke ich, und vergesse, dass Werner und ich das gleiche Konto nutzen. Und man kann bekanntlich nicht mehrere Fahrten gleichzeitig aktiv haben. Ein normales Taxi kostet fast doppelt so viel, also muss ich wohl oder übel die 40 Minuten warten, bis die anderen in Fremantle angekommen sind.

Abends treffen wir uns mit Britta und ihrem Freund Sam bei Little Creatures zum Abendessen. Britta habe ich vor über 20 Jahren in Liverpool bei Kühne + Nagel kennen gelernt und wir haben uns in Melbourne eine Wohnung geteilt. Es wird ein super lustiger Abend.

Am nächsten Tag fahren wir mit dem Zug nach Perth, um den Rio Tinto Nature Playspace im Kings Park zu besuchen. Am Ende begeistert die Jungs aber die Aussicht auf die Stadt mehr als der Spielplatz.

Wir nutzen den kostenlosen CAT Bus, um wieder zurück in die Stadt zu kommen und halten am Elizabeth Quay. Direkt am Swan River gibt es hier Restaurants, Cafés, Hotels und Spielplätze. Wir steuern den Wasserspielplatz an, weil die Temperaturen schon wieder deutlich über unserer Komfortzone liegen. Dort stehen wir vor einem Schild, dass uns mitteilt, dass der Spielplatz immer Dienstag geschlossen ist. Jetzt ratet, welcher Tag heute ist? Genau – Dienstag! Frustriert brechen wir den Perth Besuch ab und fahren zurück.

Dafür gönnen wir uns in Freo ein Eis und Kaffee. An beidem mangelt es hier nicht. Wir testen uns während unseres Aufenthaltes durch verschiedene Eisdielen und befinden alle für gut. Und über Kaffee muss ich bei einer Stadt, die einen „Cappuccino Strip“ besitzt nicht viel sagen.
Am nächsten Morgen sind wir besonders frühe Vögel, denn wir machen einen Ausflug nach Rottnest Island. Die autofreie Insel liegt nur 30 Minuten von Fremantle entfernt und lässt sich prima mit dem Fahrrad erkunden. Das haben wir 2019 auch schon gemacht, damals sass Paul noch im Hänger und Henry ist auf einem 16 Zoll Velo herum gedüst. Heute müssen wir für ihn ein Erwachsenenfahrrad ausleihen. Die Zeit rast!

Wir starten im Uhrzeigersinn und halten in der Little Salmon Bay, um etwas zu baden.

Auf dem Weg zum Wadjemup Lighthouse müssen wir ein paar kleine Steigungen überwinden. Deshalb sind wir froh, oben auf dem Hügel einen Van mit kalten Getränken zu finden.

Wir entscheiden uns gegen die grosse Runde und fahren im Landesinneren Richtung Nordküste. Kurz nachdem wir gestartet sind, entdeckt Henry zwei Quokkas im Gebüsch. Dem Kurzschwanzkänguru verdankt Rotto ihren Namen, denn die englischen Siedler hielten sie für Ratten und nannten die Insel Rottnest = Rattennest. Die Quokkas sehen äusserst putzig aus, besonders wenn man ein Selfie mit ihnen macht. Daher kommt es zu durchaus skurrilen Szenen, wenn Leute sich auf Augenhöhe mit den Tierchen begeben wollen.

Anschliessend wird es mal wieder Zeit für eine Badepause. Wir wählen die Parakeet Bay, wo türkisfarbenes Meer von Felsen und riesigen Dünen umgeben wird.

Die Dünen müssen natürlich erklommen werden, um sich dann nach unten zu rollen. Mir wird schon vom Zuschauen übel.

In Geordie Bay geniessen wir Glace und Eiskaffee bevor es zum letzten Stopp am Basin geht. Leider hat sich die Sonne hinter die Wolken verzogen. Das Positive ist, dass die Temperatur gleich viel angenehmer ist.

Und schon ist es fast 17 Uhr und wir müssen unsere Räder zurück geben und uns auf den Weg zur Fähre machen. Unglaublich wie schnell die Zeit vergangen ist. Wenn man die Insel richtig erleben möchte, muss man hier übernachten. Das muss man allerdings weit im Voraus buchen und günstig ist es leider auch nicht. Wir haben den Tag aber sehr genossen und steigen glücklich auf die Fähre, die uns nach Freo zurück bringt.
Damit ist der letzte Tag in Westaustralien angebrochen. Morgen geht es weiter nach Alice Springs. Was uns dort erwartet, wissen wir noch nicht so genau. Denn sehr zur Freude der Einwohner hat es die letzten Tagen dort so kräftig geregnet, dass zahlreiche Strassen überflutet sind. Wir werden sehen.
Nach Fish & Chips zum Mittag schlendern wir noch ein wenig durch die kleine Stadt und entdecken dabei einen traumhaften Kinderbuchladen.

Fremantle gefällt uns wirklich extrem gut, hier findet man noch kleine unabhängige Läden, Essen aus so ziemlich jeder Küche der Welt und das Meer ist auch nie weit.

Hier findet ihr noch weitere Eindrücke von unserem Aufenthalt in Freo.