Da der Flug von Alice Springs nach Zürich mit mindestens zweimal Umsteigen weit über 30 Stunden dauert, legen wir noch einen Zwischenstopp ein. Die Wahl fällt auf Sydney, weil der Rückflug von hier am günstigsten ist. Mit vier Nächten haben wir nicht all zu viel Zeit für Erkundungen, aber wir waren vor sechs Jahren eine ganze Woche in der Stadt und für mich ist es sogar bereits der siebente Besuch in der Metropole mit dem vielleicht schönsten Hafen der Welt.

Die Laune ist bestens, denn die Stewardess hat uns reich mit Lindor Kugeln beschenkt, nachdem sie festgestellt hat, dass wir aus der Schweiz sind. Am Flughafen in Sydney muss man 4 Dollar für einen Gepäcktrolley zahlen, da verzichten wir dankend. Zehn Minuten später bereuen wir das bitter, denn die „Priority Pick Up Zone“, in der unser Taxi wartet liegt gefühlt einen Kilometer entfernt. Völlig verschwitzt erreichen wir das rettende Auto. Unsere Unterkunft liegt in der Pitt Street mitten im CBD, so dass wir überall bequem zu Fuss oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hin kommen. Da dank Herrn Trump der australische Dollar Kurs in den letzten Tagen eine Talfahrt hingelegt hat, wird die Wohnung auch gleich noch einige Franken günstiger.

Ich hüpfe noch schnell in den Woolworths, um etwas Essbares zu besorgen und bin erschlagen von den Menschenmassen. Nach der Ruhe im Outback muss ich mich erstmal an das Grossstadtleben gewöhnen.
Am nächsten Morgen erkunden wir zunächst das relativ neue Viertel Barangaroo direkt am Wasser und finden dort auch leckere Burger zum Mittagessen. Dann geht es mit der Fähre zum Circular Quay. In Sydney muss man kein Geld für eine teure Hafenrundfahrt ausgeben, das geht prima mit den regulären Fähren, die hier zum ÖV gehören, wie Bus und Bahn. Vorm Opernhaus schauen wir der Performance von ein paar Breakdancern zu.

Für heute ist die Luft raus und wir fahren mit dem Zug zur Unterkunft zurück und testen den Indoor Pool. Für die nächsten Tage ist eher wechselhaftes Wetter angesagt, aber wir machen uns trotzdem auf den Weg nach Manly. Sydney hat unzählige Strände und trotzdem zieht es mich jedes Mal wieder hier hin. Liegt vielleicht auch daran, dass man Manly bequem mit der Fähre erreicht.

In Manly ist der Himmel dann tatsächlich um einiges dunkler als in der Stadt und so schlendern wir erst ein wenig durch die Läden, bevor wir am Strand den Surfern zu schauen.

Die City empfängt uns mit strahlend blauem Himmel und so spazieren wir noch ein wenig am Circular Quay entlang, wo mittlerweile ein riesiges Kreuzfahrtschiff vor Anker liegt.

Beim Versuch ein Selfie mit dem Opernhaus zu machen, werden wir von einer Asiatin beobachtet, die uns dann anbietet, das Foto zu schiessen. Anschliessend erhalten wir noch einen Crashkurs in Bildbearbeitung mit dem IPhone.

Mit dem Bus fahren wir zurück ins CBD und machen noch einmal auf der Jagd nach Andenken die Läden unsicher.

Am nächsten Morgen ist der Himmel wieder wolkenverhangen, trotzdem steigen wir in den Bus nach Bondi, dem wohl bekanntesten Strand Sydneys. An der Küste entlang gibt es einen wunderschönen Wanderweg bis nach Coogee Beach und wir haben die Hoffnung, wenigstens einen Teil davon zu gehen. Kaum aus dem Bus ausgestiegen, ereilt uns allerdings schon der erste Regenguss und der Himmel verheisst leider nichts Gutes.

So begnügen wir uns mit einem Blick auf die Surfer, welche die heute besonders hohen Wellen in Angriff nehmen und fahren nach Bondi Junction, einem riesigen Einkaufszentrum. Abgerundet wird der Tag mit einem erneuten Besuch im Pool.
Und dann ist er da – Karfreitag, der Tag an dem wir Australien nach fast 3 Monaten wieder verlassen müssen. Die Sonne lacht vom strahlend blauen Himmel, als wollte sie zum Abschied noch einmal alles geben. Nachdem wir das Gepäck in unsere drei Taschen gequetscht haben, stellen wir eben jene in der Unterkunft ab und fahren zum botanischen Garten. Man merkt, das Feiertag ist. Es sind deutlich mehr Menschen unterwegs als in den Tagen zuvor.

Da sämtliche Läden und auch viele Foodcourts heute geschlossen haben, müssen wir uns ein Restaurant fürs Mittagessen suchen. Rund um das Opernhaus ist alles brechend voll und so probieren wir unser Glück in The Rocks, dem ältesten Stadtviertel Sydneys. Und wir hätten es nicht besser treffen können – im The Rocks Cafe geniessen wir sehr leckeres Essen und fantastischen Service.

Noch ein Mal steigen wir auf die Fähre zurück nach Barangaroo, wo die letzten australischen Dollar in Gelato investiert werden. Am Spielplatz in Darling Harbour legen wir nur einen kurzen Stopp ein, denn es hat einfach unglaublich viele Menschen, die das schöne Wetter draussen geniessen. Dann ist es auch schon Zeit zum Hotel zurück zu kehren, denn das Taxi bringt uns kurz nach 15 Uhr zum Flughafen. Am Check In versuchen wir vergebens, Plätze weiter vorn im Flugzeug zu bekommen. Wir haben nur eine Stunde Umsteigezeit in Singapur und sitzen fast ganz hinten. Da der Flug auf Grund der Osterferien komplett ausgebucht ist, kann man uns aber leider nicht helfen.
Wir hatten mit langen Wartezeiten an Security und Passkontrolle gerechnet, aber wir können praktisch überall durch spazieren und haben dann entsprechend viel Zeit am Gate tot zu schlagen. Wenigstens geht der Flug pünktlich und wir sollten laut Plan eine halbe Stunde früher in Singapur ankommen.

So ist es dann auch und wir erreichen den Anschluss problemlos. War der erste Flug mit knapp 7:30 Flugzeit schon anstrengend, sind die jetzt folgenden 13 Stunden kaum auszuhalten. Charlie macht es sich neben mir bequem und schläft den Schlaf der Gerechten. Auf der anderen Seite umklammert Henry fest die Spucktüte, er hat sich – aus welchem Grund auch immer – schon zwei Mal übergeben. So mache ich über den gesamten Flug nicht wirklich ein Auge zu und weiss schon über Indien nicht mehr, wie ich sitzen soll. Fliegen wird mit dem Alter auch nicht leichter.
Irgendwann ist es aber dann doch vollbracht und wir landen bei Sonnenschein sicher in Zürich.

Sogar unser Gepäck hat es geschafft und nun trennt uns nur noch eine Zugfahrt von zu Hause. Am Bahnhof wartet die Oma mit dem Autoschlüssel und kurz vor Mittag betreten wir nach knapp 24 Stunden Reisezeit unser zu Hause. Charlie räumt in Windeseile alles Spielzeug hervor, was der finden kann und die beiden Grossen testen, ob das WLAN noch funktioniert. Jetzt heisst es Kühlschrank füllen, Taschen leeren und wieder ankommen.
Hier findet ihr noch einige Eindrücke von unserer Zeit in Sydney.
Mit so vielen Eindrücken im Kopf wird es sicher noch einige Zeit dauern, bis wir realisieren, was wir alles erlebt haben. Wir haben uns einmal mehr super wohl gefühlt in Australien und die Familienzeit in vollen Zügen (mit all ihren Hochs und Tiefs) genossen. Danke an alle, die das möglich gemacht haben.