Der letzte Tag des alten Jahres ist angebrochen und damit auch der lange von uns herbei gesehnte Abreisetag. Das Gepäck steht fertig gepackt bereit, ein letzter Check mit der Kofferwaage zeigt ganze 68 kg für unsere vier Reisetaschen und noch einmal 25 kg Handgepäck (wer unsere Kameraausrüstung kennt, weiss warum). Wir sind ehrlich gesagt etwas erschrocken, dass es doch so viel geworden ist, aber wir haben einfach keine Lust mehr, das Für und Wider von jedem Gegenstand abzuwägen und so wird nichts mehr ein- oder ausgepackt.
Oft wurde ich in den letzten Wochen gefragt, was wir denn alles mit nehmen für so eine lange Reise. Kleidung haben wir für etwa eine Woche dabei, waschen müssen wir sowieso. Da wir in Neuseeland und Australien auch im Herbst unterwegs sind haben wir zusätzlich zu T-Shirts und kurzen Hosen für jeden zwei lange Hosen, je eine Softshell- und Regenjacke sowie einen Fleece und einen dickeren Pullover eingepackt. Mit dem alt bewährten Zwiebelprinzip sollten wir so gut zurecht kommen.
Eine der Reisetaschen enthält unsere Schlafsäcke und eine Kraxe für Paul. Ersteres weil wir in Australien auch nächtliche Temperaturen um die 5 Grad erwarten und ungern frieren, Letzteres weil sich 15 kg Kind auf dem Rücken am einfachsten transportieren lassen. (Paul hat leider die Angewohnheit jegliche Laufaktivitäten einzustellen, sobald Mami oder Papi in Sicht sind.)
Es ist ein komisches Gefühl die Haustür mit dem Wissen abzuschliessen, dass man erst in 6 Monaten wieder zurück kehren wird. Aber die Vorfreude auf diese einmalige Zeit überwiegt und so machen wir uns frohen Mutes gegen 15 Uhr auf den Weg zum Flughafen Zürich.
Check In und Security bringen wir in Rekordzeit hinter uns, der 31. Dezember ist anscheinend kein so beliebtes Flugdatum.

Am Gate vertreiben sich Henry und Paul die Zeit mit Flugzeuge beobachten.

Dann ist es auch schon Zeit zum Einsteigen und wir haben Glück und dürfen durch den Business Eingang gehen, müssen im Flugzeug aber leider trotzdem in die Economy abbiegen.

Paul ist begeistert «Ich habe meinen eigenen Fernseher!». Das Flugzeug ist fast voll besetzt und es sind sehr viele Kinder an Bord. Neben uns sitzt auch ein Paar aus Deutschland mit ihrem kleinen Sohn. So schnell hatte ich nicht mit unserer ersten Begegnung mit Elternzeit-Reisenden gerechnet. Noch besser ist, dass die Mutter aus Plauen stammt. Wir Sachsen finden uns überall.
Der Service braucht relativ lang und so wird erst kurz nach 22 Uhr das Licht ausgeschaltet. Paul hat bis zu dem Zeitpunkt Feuerwehrmann Sam in Endlosschleife genossen.

Henry ist mittlerweile einfach zu gross um eine bequeme Schlafposition zu finden. So bleibt er lieber wach und schaut stundenlang die Airshow, nicht ohne alle zwei Minuten etwas zu fragen. Das neue Jahr begrüssen wir völlig unspektakulär etwa eine halbe Stunde nördlich vom Äquator. Auf den Kauf einer Miniflasche Prosecco für CHF 10 haben wir dankend verzichtet. Gegen 3 Uhr schläft Henry endlich ein, leider gibt es zwei Stunden später schon Frühstück und der arme Kerl wacht ziemlich zerknittert wieder auf.

Um 6:20 Uhr landen wir überpünktlich in Kapstadt müssen aber noch über eine halbe Stunde im Flugzeug ausharren, weil die Brücke nicht an das Flugzeug angedockt werden kann.
Auch hier ist nichts los am Flughafen und so sind wir bereits kurz nach 8 Uhr in Besitz von Bargeld, einer südafrikanischen SIM Karte und dem Schlüssel zu unserem Nissan X-Trail, welcher uns die nächsten 3 Wochen begleiten wird.

Wir sind also bereit für das Abenteuer Südafrika.