Haere Mai

Herzlich Willkommen in Neuseeland.

Unser Flug von Perth hat Verspätung. So wird aus einem Abflug kurz vor Mitternacht fast zwei Uhr morgens.

Doch lieber wieder nach Johannesburg? Der Flug ist wenigstens pünktlich

Die Jungs halten tapfer durch und toben bis zuletzt auf dem kleinen Spielplatz am Gate. Dank des netten Personals am Check-In haben wir zwei Sitzreihen für uns, obwohl der Flug relativ gut gebucht ist. Eine davon sogar mit Skycouch Funktion und so reisen Paul und Werner sehr komfortabel.

In Christchurch scheint die Sonne und die Einreise ist schnell erledigt. An der Passkontrolle gibt es einen separaten Schalter für Familien und auch bei der Biosecurity wirft man nur einen kurzen Blick auf unsere fast unbenutzten Wanderschuhe. Wir sind sehr froh, dass wir nicht wieder so ein Erlebnis haben, wie bei der Ankunft in Australien. Durch den verspäteten Flug haben wir schon viel Zeit verloren. Heute müssen wir noch den Camper abholen und Einkaufen gehen. Besonders Letzteres erzeugt bei keinem Familienmitglied Freudenschreie.

Bei Wilderness bekommen wir erstmal einen Kaffee (Lifesaver)! Die Jungs spielen zufrieden mit der grossen Spielzeugkiste und wir erhalten eine ausführliche Einführung in unser Wohnmobil. Über unsere Erfahrungen mit dem Vermieter und dem Camper werden wir nach unserer Reise berichten. Wir fahren mit unserem Riesenschiff mal lieber zu einem Supermarkt mit ausgewiesenen Wohnmobilparkplätzen. Auf ins «Abenteuer» Grosseinkauf, übermüdet und mit einem Zettel so lang wie eine Luftschlange. Die Preise hauen uns um, besonders Obst und Gemüse ist hier noch einmal deutlich teurer als in Australien. Wir nehmen erstmal nur das Notwendigste mit und machen uns auf den Weg zu einem Campingplatz. Mit Spielplatz natürlich, um den Familienfrieden zu wahren.

Als ich den Camper einräumen will, stelle ich fest, dass schon jemand eingezogen ist.

Mami, das ist unser Fach

Es wird wieder ein langer Abend – hallo Jetlag, unser Freund. Werner und ich brüten über der Neuseelandkarte. Das Wetter am Mount Cook scheint in den nächsten Tagen super zu werden. Das bedeutet aber, dass wir morgen schon in die Richtung starten müssten. Eigentlich wollten wir uns auch Christchurch anschauen, aber die Entscheidung ist schnell gefallen – zu Gunsten der Berge.

Am nächsten Morgen blutet die Kreditkarte erneut im Supermarkt, bevor es Richtung Geraldine geht. Wir übernachten auf dem Geraldine Farmyard Holiday Park. Es gibt einen netten Spielplatz und kostenloses Eselreiten für Kinder.

Highlight auf dem Spielplatz in Geraldine

Auf dem Weg zum Mount Cook fahren wir über Lake Tekapo und Lake Pukaki. Die zwei Seen werden von Gletscherwasser gespeist und weisen eine schon fast unwirklich türkise Farbe auf. Am Lake Tekapo halten wir nur kurz an. Die Church of the Good Shephard ist mittlerweile eingezäunt und es sind auch gerade zwei grosse Reisebusse angekommen. Ein erster Vorgeschmack auf die Touristenmassen. Neuseeland hat in den letzten Jahren massiv die Werbetrommel gerührt, um mehr Besucher ins Land zu locken. Und das hat anscheinend wunderbar funktioniert, besonders die Chinesen mit viel Geld in den Taschen sind herzlich willkommen. Ich will hier nicht urteilen, denn auch wir sind Teil des nicht abreisenden Besucherstroms. Aber die Einsamkeit und unberührte Natur, mit der man wirbt, findet man hier schon lang nicht mehr. Jedenfalls nicht entlang der beliebtesten Plätze auf der Südinsel. Das sieht man auch auf dem Freedom Camping Platz am Lake Pukaki. Als wir kurz nach Mittag ankommen, ist der Platz noch fast leer. Wunderschön direkt am Ufer des Sees mit Blick auf den Mount Cook, den höchsten Berg Neuseelands, gelegen, ist das sicher einer der schönsten «Parkplätze» Neuseelands.

Camping with a view

Am Abend stehen die Camper, Wohnmobile und Autos dicht an dicht und es kommen immer mehr Fahrzeuge. Teilweise wird so eng parkiert, dass der Nachbar seine Tür nicht mehr aufbekommt. Wir merken schon in den ersten Tagen: Am Besten ist man spätestens gegen 15 Uhr am Platz, sonst wird es eng, vor allem mit so einer Monsterkiste, wie wir sie fahren.

Auf der Fahrt zum Mount Cook Village kommen beim Anblick der Berge fast Heimatgefühle auf, das haben wir echt vermisst. Der White Horse Hill DOC Campground liegt direkt am Fuss der Berge und ist entsprechend beliebt. Auch hier ist ab dem späten Nachmittag Platz Mangelware. Die Naturschutzbehörde (Department of Conservation, kurz DOC) betreibt in ganz Neuseeland Campingplätze in unterschiedlichen Kategorien. Je nach Ausstattung und Lage variiert der Übernachtungspreis. White Horse Hill gehört zu den «Scenic» Plätzen und kostet daher NZD 32.50 für zwei Erwachsene und ein Kind (Paul zahlt noch nichts). Absolut in Ordnung, wie wir finden.

White Horse Hill Camping Mount Cook

Das Wetter ist fantastisch und wir begeben uns auf den Hooker Valley Track. Der Wanderweg gleicht einer Autobahn, ist aber trotzdem wunderschön. Vom Anblick des Mueller Glaciers, über die Hängebrücken bis zu den fantastischen Aussichten auf den Mount Cook.

Hängebrücke auf dem Hooker Valley Track

Am Ende der 5 km langen Strecke wartet der Hooker Lake, ein Gletschersee. Das ist fast ein wenig unwirklich, die Sonne brennt vom Himmel, es sind fast 30 Grad und im eiskalten Wasser schwimmen Eisberge. So manch einer kommt da auf dumme Ideen.

Ganz, ganz dumme Idee

Als wir am späten Nachmittag auf dem Rückweg sind, kommen uns immer noch jede Menge Leute entgegen, zum Teil auch mit kleinen Kindern. Wir vermuten fast, dass sie den Weg etwas unterschätzen. Er ist einfach zu gehen und fast immer flach, aber es sind trotzdem 10 km zu laufen. Die veranschlagte Zeit von 1:35 h pro Strecke ist mit kleineren Kindern definitiv nicht zu schaffen. Als wir eine Rast machen, werden wir von einer deutschen Familie angesprochen. Henry kann ihren Sohn zum Weiterlaufen animieren und sogar Paul läuft, oder sagen wir besser rennt die letzten Kilometer bis zum Campground. Katja und Andi kommen aus Dresden und wir und die Kinder haben noch einen lustigen Abend zusammen.

Dann heisst es Abschied nehmen von den Bergen und wir machen uns auf den Weg nach Oamaru an der Küste. Das kleine Städtchen gefällt uns sofort, es gibt sogar so etwas wie eine Altstadt mit sehr gut erhaltenen viktorianischen Häusern. Sonst steht alles im Zeichen des Steampunk – Technik im Retro-Look.

Steampunk Museum Oamaru

Wir stehen auf einem Campingplatz am Hafen, gleich neben dem grossen Spielplatz. Grösste Attraktion sind jedoch die Gelbaugenpinguine, die unter der Küche nisten. Die Geduld der Jungs wird belohnt und wir sehen tatsächlich das Küken, welches auf seine Eltern wartet.

Auf dem Weg nach Dunedin halten wir bei den Moeraki Boulders. Die kugelförmigen Felsen, die einen Durchmesser von bis zu 2 Metern haben, sind durch Ablagerungen aus Lehm, Schlamm und Ton entstanden.

Moeraki Boulders

Nach einer weiteren Nacht Freedom Camping stehen wir am nächsten Morgen pünktlich um 9 Uhr am Bahnhof von Dunedin. Endlich wieder Zug fahren. Mit der Taieri Gorge Railway geht es durch die Schlucht des Taieri River. Ein Abenteuer, zumal man während der Fahrt die grandiosen Aussichten nicht nur durch das Fenster geniessen kann. An jedem Wagon hat es eine Plattform, auf der einem der Fahrtwind um die Nase weht.

Taieri Gorge Railway

Damit ist die erste Woche in Neuseeland auch schon wieder Geschichte. Jetzt geht es auf in die Catlins, ganz im Süden der Südinsel. Mehr dazu im nächsten Bericht.

4 Kommentare bei „Haere Mai“

  1. wie schön! da kommen alte erinnerungen auf 🙂 liebe grüsse an euch vier!

    1. Liebe Grüsse zurück

  2. Hi what an adventure your all having, Patti I bet your taking no prisoners in that humongous camper. You all look great and well done to the weeins for doing all that walking. Speak soon photos and posts amazing, you’ll be able to turn it into a book, get some funds back plus, others be able to follow your trail xxx

    1. Should’ve wrote I bet your taking no prisoners in camper, ahh stupid predictive text x

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