Zwischen unseren beiden langen Campertrips durch Neuseeland und Australien wollen wir uns eine kurze Pause gönnen. Schnell ist die Südsee als Ziel auserkoren. Wann werden wir dem Traum von palmengesäumten weissen Stränden sonst noch einmal so nah sein? Cook Islands, Neukaledonien, Samoa, Vanuatu … die Auswahl ist riesig. Letztendlich fällt die Wahl aufgrund der guten Flugverbindungen auf Fiji. Die Hauptinsel Viti Levu gilt als Mallorca der Australier, deshalb entscheiden wir uns für einen Aufenthalt auf den Yasawas, einer vorgelagerten Vulkaninsel Gruppe.
Unser Flug von Auckland hat mal wieder Verspätung. Die Jungs stört es wenig, haben sie doch vom Restaurantbereich aus hervorragende Sicht auf die Start- und Landebahn.

Der Flug vergeht schnell und wir sind gegen 17 Uhr in Nadi. Die Passkontrolle ist zügig erledigt, aber das Gepäckhandling läuft anscheinend auf Fiji Time. Die Jungs sind schon leicht genervt und der Fahrer, welcher uns zum Hotel bringen soll, natürlich nicht da. Dafür aber gefühlt 50 Taxifahrer, die uns liebend gern für einen «very cheap price» mitnehmen würden. Man könnte fast meinen, wir sind in Südostasien. Die schwüle heisse Luft, die uns auch abends noch entgegenschlägt, passt dazu.
Ein freundlicher Fahrer macht für uns einen Telefonanruf und versichert uns, dass unser Transfer auch bald kommt. 20 Minuten später, wir sind inzwischen schweissgebadet und leicht entnervt vom ständigen Quengeln nach dem iPad, quetschen wir uns und das Gepäck in ein kleines Auto. Der Fahrer lädt nach heftigem Diskutieren mit seinem Kollegen einen weiteren Koffer dazu. Dann geht es Richtung Hotel. Es ist stockdunkel und das Licht am Auto funktioniert fast gar nicht. Stattdessen werden wir gefragt, ob wir noch bei einem Supermarkt mit «very cheap price» stoppen wollen. Werner wittert schon eine Touristenfalle und ich bin mir auch nicht mehr ganz sicher, als wir in einer dunklen Seitenstrasse halten. Das hier ist definitiv keine Ecke, wo Touristen hinkommen. Das Special beim Fleischer ist heute Curry aus Ziegenfleisch und daneben liegen einige undefinierbare Sachen. Aber ich erstehe Snacks für die nächste Woche und kann sogar mit Kreditkarte zahlen. Weiter geht es und nur ein paar Minuten später halten wir wieder an einer dunklen Ecke und sollen aussteigen. Alles wird in einen Minibus umgeladen, nur der andere Koffer nimmt ein separates Auto. Über die Böschung geht es zurück auf die Strasse dann biegen wir in einen Feldweg ab. Langsam fragen wir uns, ob das alles seine Richtigkeit hat. Und dann stehen wir plötzlich vorm Hotel.
Das Zimmer hat Jugendherbergscharakter und es sind auch nur wenige Gäste da. Wir essen noch schnell etwas und gehen dann schlafen. Oder versuchen es zumindest, denn die Klospülung ist kaputt und es läuft die ganze Nacht Wasser nach. Dem entsprechend gerädert sind wir am nächsten Morgen, als der Fahrer uns für die Überfahrt nach Waya Island abholt. Diesmal sehen wir den Weg zum Flughafen im Hellen und ich finde es fast ein bisschen schade, dass wir nur eine Woche Zeit für Fiji haben. Viti Levu hätte sicher auch einen längeren Besuch verdient. Unser Boot fährt von der Vuda Marina und ist nicht besonders gross.

Wir haben Glück – das Meer ist relativ ruhig und beschert uns eine angenehme Überfahrt. Eine Stunde später kommen wir dann wirklich im Paradies an.

Wir werden herzlich mit einem Drink begrüsst und in unser Häuschen direkt am Strand gebracht. Kann mich bitte einer Kneifen, sind wir wirklich hier?

Das Octopus Resort wurde Anfang der 90er Jahre von Österreichern gegründet. Und sie haben sich mit der Liku Bay einen wunderschönen Ort dafür ausgesucht. Der Boden gehört dem Clan aus dem benachbarten Nalauwaki Dorf. Die meisten Angestellten kommen aus eben jenem Dorf, welches vom Hotel auf verschiedenste Art und Weise unterstützt wird. So gibt es zum Beispiel Stipendien für die Schüler oder regelmässige medizinische Kontrollen für die Einwohner.

Wir haben uns bewusst gegen den Besuch von verschiedenen Inseln entschieden, da wir uns erholen wollen. Und das kann man hier wunderbar. Direkt vom Strand aus mit dem Schnorchel das Haus Riff erkunden, Kajak fahren, im Pool schwimmen, Volleyball spielen, am Strand buddeln … es wird nicht langweilig.

Es gibt sogar einen Kids Club und da steht eine Kiste mit Lego. Keine Frage wo unsere zwei Räuber oft zu finden sind. Hier können sie auch nach dem Abendessen einen Film schauen, während Mama und Papa das 3 Gänge Menü geniessen. Das Essen ist absolute Spitze, was leider weniger gut für die Bikini Figur ist.

Nach sechs Tagen ist der Südseetraum leider beendet. Unsere Füsse wissen gar nicht mehr was Schuhe sind, die haben sie nämlich die ganze Zeit über nicht gesehen. Hier herrscht eine wirklich relaxte und freundliche Atmosphäre. Normalerweise sind wir nicht die Hotel Urlauber, aber ins Octopus Resort würden wir jederzeit sofort zurückkehren.
Nachdem das Meer die letzten zwei Tage so rau war, dass der Yasawa Flyer gestern sogar auf der anderen Inselseite anlegen musste, haben wir wieder eine ruhige Überfahrt nach Viti Levu. Auf uns warten 5 Stunden Flug nach Sydney, womit wir auch am Umkehrpunkt unserer Reise angekommen sind.
Ab jetzt geht es heimwärts, wir sehen es mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Oft wurden wir in den letzten Tagen gefragt, wie den Kindern die Reise gefällt und ob sie denn kein Heimweh haben. Wir müssen sagen, dass die zwei es super machen und wirklich super Reisegefährten sind. Sie sind selbstständiger geworden, vor allem Henry hat uns diese Woche überrascht, als er seine ersten Schwimmversuche ohne Schwimmhilfe gemacht hat. Noch vor einem halben Jahr, war es schwierig ihn überhaupt ins Wasser zu bekommen.