Auf ins Abenteuer

Unser Abenteuer Westküste startet mit der fünfstündigen Anreise nach Perth. Es ist ein komisches Gefühl, das Flugzeug mit dem Wissen zu besteigen, dass uns der nächste Flug bereits wieder nach Hause bringen wird. Da dieses Mal keine Passkontrolle auf uns wartet, sind wir schnell im Besitz unserer Taschen und auf dem Weg zu TCC, um unser Auto abzuholen.

Wo sind sie nur, die Taschen?

Thomas ist immer noch genauso im Stress wie im Februar, nimmt sich aber viel Zeit, um uns alles an unserem Toyota Hilux zu erklären. Die Jungs hängen derweil an unseren Telefonen, damit sie nicht die ganze Werkstatt auf den Kopf stellen. Wir blicken etwas ratlos auf unser Gepäck und den Stauraum vor uns. Ob das wohl alles Platz findet? Zunächst fahren wir zum Campingplatz, wo wir uns für zwei Tage eine Cabin gemietet haben. Ist zwar nicht ganz günstig, aber wir wissen so langsam, dass es am Anfang eines neuen Reiseabschnitts immer ein paar Tage der Akklimatisierung braucht.

Werner hat seinen Platz schon gefunden

Am Abend treffen wir Britta und holen unser zurück gelassenes Gepäck ab. Wir gehen lecker Pizza essen und dann heisst es einmal mehr Abschied nehmen. Vielen Dank noch einmal für alles.

Wir kennen uns seit über 15 Jahren

Der nächste Tag ist ganz im Sinne der Jungs (kleiner Scherz!), denn wir müssen einkaufen und das Auto bereit machen. Dem entsprechend ist die Laune und wir kommen nur mässig voran.

Wenn das Kind kalt hat, muss der Pulli vom Papi her

Am Nachmittag machen wir kurz Pause und lassen die zwei im beheizten Pool planschen und auf dem Spielplatz toben. Der Campingplatz ist eigentlich viel zu schön, um Taschen und Boxen von einer Ecke in die andere zu schieben. Kurz vor Sonnenuntergang ist es dann vollbracht und alles hat einen Platz im Auto gefunden.

Bevor wir Perth Richtung Norden verlassen, gehen wir am nächsten Morgen zum Caversham Wildlife Park. Hierbei handelt es sich um eine Art Zoo, allerdings zum Grossteil nur für die australische Tierwelt. Während Henry grosses Interesse zeigt, hat Paul mal wieder einen eher schlechten Tag erwischt und das Ganze ist eher mühsam. Beim Lämmchen füttern und Kuh melken ist er dann aber wieder Feuer und Flamme.

Erfolgreich

Unsere erste Nacht wollten wir eigentlich im Yanchep Nationalpark verbringen, aber der Campingplatz ist auf Tage ausgebucht. Auch die nächste Option hat keinen Platz und so müssen wir viel weiter fahren, als ursprünglich geplant. Wir halten trotzdem noch in Yanchep und gehen auf Koala Suche. Hier wurde in einem Gehege eine kleine Population angesiedelt, die knuffigen Tiere sind nämlich in Westaustralien sonst nicht heimisch.

Scheint zu schmecken

In Ledge Point schlagen wir unser Nachtlager auf und machen uns an den Aufbau von Dach- und Bodenzelt. Es wird wohl noch ein paar Tage dauern, bis wir die nötigen Handgriffe optimiert haben.

Papa werkelt, Mama geniesst die Sonne

Die Nacht ist relativ kühl, aber nicht so schlimm wie befürchtet. Frühstücken bei Temperaturen um 10 Grad ist da schon weitaus unangenehmer, denn da hockt man nicht mehr im warmen Schlafsack. Wir treffen ein Schweizer Paar, welches schon über zwei Monate mit dem gleichen Auto, wie wir unterwegs sind. Im Grossen und Ganzen sind sie sehr zufrieden, nur der Fakt, dass sie bereits vier Platte Reifen (alle auf Teerstrassen) hatten, beunruhigt doch ein bisschen.

Wir halten in Lancelin bei den grossen Sanddünen. Hier kann man sich im Sand Boarden versuchen, oder mit dem Auto durch den Sand düsen. Wir lassen beides und kämpfen uns zu Fuss nach oben. Der Wind bläst uns die feinen weissen Körner um die Ohren.

Spass im Sand

Dann geht es weiter nach Cervantes, auch hier lacht die Sonne vom Himmel, aber der Wind lässt das Ganze zu einer recht kühlen Angelegenheit werden. Mehr als einmal müssen wir den Jungs in der nächsten Woche erklären, dass es leider zum Baden im Pool oder Meer zu kalt ist. Kurz vor Sonnenuntergang machen wir uns auf den Weg zu den Pinnacles, einer Ansammlung von bizarren Sandsteinfelsen. Wir sind natürlich nicht allein, auch das obligatorische chinesische Paar bei der Hochzeitsfotosession fehlt nicht.

Pinnacles

Je weiter nördlich wir kommen, desto länger werden die Wege zwischen den einzelnen Stationen. Deshalb legen wir einen Zwischenhalt in Geraldton ein. Wir müssen sowieso einkaufen und hier gibt es den letzten Aldi auf unserer Strecke. Wir wählen den Campingplatz in der Stadt und freuen uns, einen Platz unter Bäumen im hinteren Teil zu erhalten. Was wir noch nicht ahnen – die Bahnlinie, welche zum Hafen führt, verläuft keine 5 Meter hinter der Mauer, die unseren Stellplatz begrenzt. Am Abend ist noch alles ruhig, aber pünktlich mit dem Moment, als wir zu Bett gehen, starten die Rangierarbeiten. Als ich mitten in der Nacht von einem vorbei rasenden Güterzug geweckt werde, kann ich nur noch an einen Liedtext von Bruce Springsteen denken «…a freight train runnin’ through the middle of my head …».

Zum Glück erreichen wir mit der heutigen Etappe Kalbarri, wo wir drei Nächte bleiben wollen, um den Nationalpark zu erkunden. Bei den Campingplätzen hat man die Qual der Wahl. Wir entscheiden uns, etwas ausserhalb auf einer Pferderanch zu übernachten. Ganz glücklich sind wir zunächst nicht, denn alles wirkt etwas lieblos und der Spielplatz ist eher eine Gefahr für die Kinder. Aber mit jedem Tag fühlen wir uns wohler und sind fast ein wenig traurig, als wir weiterziehen. Eines werden wir an Kalbarri aber sicher nicht vermissen – die Fliegen. Der örtliche Supermarkt macht vermutlich einen nicht unbeachtlichen Teil seines Umsatzes mit den hübschen Hüten mit integriertem Fliegennetz. Wir entscheiden uns, das Ganze ohne durch zu stehen und werden halb wahnsinnig. An längere Wanderungen ist absolut nicht zu denken. Vielleicht auch gut so, denn Werner ist leicht angeschlagen. So erkunden wir nur die bekannteren Aussichtspunkte an der 80 km langen Schlucht, die der Murchison in die Landschaft gegraben hat.

Nature’s Window Kalbarri

Zwischendurch geniessen wir das kleine Örtchen Kalbarri, wo es direkt am Fluss einen tollen Spielplatz gibt und die Temperaturen sogar ein kurzes Bad in der Mündung des Murchison River zulassen.

Ein Besuch an der Küste des Nationalparks darf natürlich auch nicht fehlen. Hier ragen die rot weiss gestreiften steilen Klippen bis zu 100 Meter über dem Meer in die Höhe.

Island Rock

Unser nächster Stopp wird die Shark Bay sein, die erste Etappe mit mehr als 350 km.

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