Steinhaufen

Bevor wir uns wieder in die Zivilisation begeben, steht noch ein Ziel auf unserer Liste. Einmal mehr wird es uns einige hundert extra Kilometer auf dem Tacho bescheren. Aber den Purnululu Nationalpark auch allgemein als Bungle Bungles bekannt, wollen wir uns nicht entgehen lassen. Bekannt ist die Gegend für seine orange schwarz gestreiften Sandsteindome, die aus der Luft wie Bienenkörbe aussehen.

Der Park ist nur mit einem Allradfahrzeug über den 53 Kilometer langen Spring Creek Track zu erreichen. Die Piste ist stellenweise eine echte Zumutung und windet sich zudem wie eine Achterbahn durch das Gelände. Und die „Reifenkiller Steine“ verstecken sich natürlich mit Vorliebe hinter den nicht einsehbaren Kurven.

Spring Creek Track

Unser Fahrer bringt uns aber einmal mehr sicher ans Ziel. Knapp 75 Minuten haben wir gebraucht, im Reiseführer war von bis zu drei Stunden die Rede. Der Turn Off vom Highway ist 250 Kilometer von der nächsten grösseren Stadt Kununurra entfernt, weshalb wir zwei Übernachtungen im Park geplant haben. Die Campingplätze müssen in der Hochsaison online vorgebucht werden.

Zunächst geht es nach Kurrajong in den nördlichen Teil. Hier herrscht gähnende Leere, so dass wir uns ein schönes schattiges Plätzchen suchen. Das ist auch bitter nötig, das Auto zeigt 36 Grad an, hoffe es wird nicht noch heisser 😊. An körperliche Anstrengung jeglicher Art ist nicht zu denken, so muss das Hirn arbeiten. Schon mal versucht, einen sechsjährigen im Dobble zu schlagen? (Übrigens ein sehr kurzweiliges, witziges Spiel. Gibt es auch in der Erwachsenen Variante.)

Alternative Beschäftigung – Dreckle

Den Sonnenuntergang geniessen wir mit einem tollen Blick auf die Bergkette. Die Geräuschkulisse unserer zwei kleinen Geister auf ihren imaginären Fahrzeugen blenden wir einfach aus.

Frau bei der Arbeit – all day, every day

Frühstück findet am nächsten Morgen bereits kurz nach 6 Uhr statt (damit Werner schon langsam in seinen normalen Rhythmus findet).

Es ist 6:10 Uhr

Wir wollen die kühleren Morgenstunden zum Wandern nutzen. Auf dem knapp 4 Kilometer langen Mini Palms Walk sind wir fast ganz allein. Einmal mehr heisst es über Felsen klettern, bevor wir über das von Livistona Palmen bewachsene Tal blicken. Am Umkehrpunkt wartet eine Aussichtsplattform.

Wandern macht müde

Das Highlight in diesem Teil des Parks ist aber unbestritten Echidna Chasm, eine immer enger werdende Felsspalte. Zum Teil stehen die über 100 Meter hohen Felswände nur einen Meter auseinander.

Wahnsinnig beeindruckend – Echidna Chasm

Kurz vor Mittag scheint die Sonne für ein paar Minuten in die Spalte und lässt die Felswände in den schönsten Farben strahlen.

Echidna Chasm

Auf dem Rückweg zum Auto ist es schon wieder flauschig warm. Wir sind dann mal wieder im Schatten auf dem Campingplatz zu finden, diesmal im südlichen Teil.

Zum Sonnenuntergang bekommen wir heute ein leckeres Essen aus der Küche von Henry und Paul serviert.

Bush Tucker

Wir werden noch zu Frühaufstehern, vor allem Paul passt das so gar nicht. Aber Schatten ist auf den Wanderwegen absolute Mangelware und die Sonne hat auch früh um 8 Uhr schon ordentlich kraft.

Another Classic – wer hatte wohl keine Lust auf ein Foto?

Wir gehen ein Stück am Picaninny Creek entlang bis zum Lookout. Die Wanderung durch das ausgetrocknete Flussbett ist insgesamt 30 Kilometer lang und kann in zwei bis drei Tagen absolviert werden. Auf dem Rückweg kommen uns dann auch ein paar „Verrückte“ mit voll gepackten Rucksäcken entgegen.

Picaninny Creek Lookout – Bungle Bungles von ihrer schönsten Seite

Die Cathedral Gorge, ein Amphitheater mit Wasserloch, in dem sich die Felswände spiegeln, lassen wir uns auch nicht entgehen. Wir sind wie durch ein Wunder für kurze Zeit sogar allein hier.

Cathedral Gorge

Auf dem Rückweg zum Auto kommen uns die Tour Gruppen in Scharen entgegen. Für uns ist es allerdings Zeit, den Rückweg anzutreten. Wir wollen heute noch nach Kununurra. Dort werden wir mit einer Schlägerei zwischen zwei Aborigine Frauen begrüsst. Offensichtlich beide stark alkoholisiert, die Kinder mittendrin. Ein unschöner Einblick in eines der grössten Gesellschaftsprobleme Australiens.

Wir bekommen einen der letzten Stellplätze auf dem Campingplatz direkt am See. Und wir wollen fast den Boden küssen – Rasen! Das erste Mal seit fast einem Monat.

Sonnenuntergang am Lake Kununurra

Und damit gehen über 5 Wochen Westaustralien zu Ende, morgen überschreiten wir die Grenze ins Northern Territory. Zusammen mit der Zeit im Februar haben wir zwei Monate im grössten und für uns schönsten Bundesstaat Australiens verbracht.

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