Vier sind wieder hier

Noch haben wir zwei Nächte mit unserem lieb gewonnenen fahrbaren Untersatz. Aber zum grossen Glück haben wir uns für eine Cabin auf dem Campingplatz in Howard Springs entschieden. Denn all die Gegenstände, die wir Anfang Mai fein säuberlich verstaut haben, müssen jetzt wieder aus dem Auto heraus. Binnen Minuten ist jeder Winkel unserer Wohnküche belegt. Die Jungs richten sich mit ihrem Spielzeug auf der Terrasse ein, natürlich genau vor der Tür.

Sehr geschickt platziert

Und dann heisst es putzen, putzen und noch einmal putzen. Der rote Staub hängt wirklich in allen Ecken. Dabei hätte der Campingplatz so einen schönen Pool.

At the Carwash, Baby

Am nächsten Tag heisst es endgültig Abschied nehmen von unserem treuen Hilux. Auch hier in Darwin läuft bei TCC alles wie geschmiert. Wir können diese Firma wirklich nur empfehlen.

Google Maps sagt etwas von 4000 Kilometern von Perth nach Darwin …

Für unsere letzte Nacht in Australien gönnen wir uns ein Hotel, in der Hoffnung vor dem gefürchteten Flug noch einmal gut schlafen zu können. Am Abend statten wir dem Mindil Beach Sunset Market einen Besuch ab. Hier gibt es fast 60 Foodstalls mit allem, was das Herz begehrt und sei das Pizza Margherita und Bratnudeln mit Gemüse. Leider ist der Markt mittlerweile so beliebt geworden, das man zum Sonnenuntergang am Strand fast keinen Sand mehr sieht, so voll ist es.

Mindil Beach Sunset Market – 20 Minuten später war alles voll

Auf dem Weg zurück zum Bus müssen wir uns durch die Menschenmassen kämpfen. Nein, das sind wir nicht mehr gewöhnt.

Und dann ist er gekommen, der Tag der Heimreise. Trotz allen Wehmuts über das Ende unserer Reise, überwiegt die Vorfreude auf das Wiedersehen mit der Familie, Freunden und dem Spielzeug. Überpünktlich, wie sich das für Mitteleuropäer gehört, stehen wir am Check In von Silk Air und freuen uns, dass wir gleich die ersten sind. Bis man uns nach unserem Handgepäck fragt und bittet alles zum Wiegen auf das Band zu stellen. Erlaubt sind maximal 7 Kilogramm pro Passagier. Natürlich sind die Rucksäcke von Werner und mir viel zu schwer. Da hilft es auch nichts, dass die Jungs nur jeder 2 Kilogramm Spielzeug im Rucksack haben. Die Dame bleibt hart, wir müssen umpacken. Leider geht die grosse Spiegelreflex beim besten Willen nicht in die kleinen Rucksäcke. Was nun? Wir checken die Kamera ein und hoffen inständig, dass sie die Reise überlebt. Natürlich vergessen wir, dass die Ersatzakkus auch in der Tasche sind und die dürfen eigentlich nur ins Handgepäck. Wir sind bereits bevor wir auch nur eine Minute im Flugzeug gesessen haben, fertig mit den Nerven.

Paul am Check In Darwin – am liebsten hätte ich mich dazu gelegt

So unangenehm die Erfahrung mit dem Bodenpersonal war, der Flug mit Silk Air nach Singapur ist super und wir landen sogar eine halbe Stunde zu früh. Das erste Mal auf dieser Reise ohne Verspätung, nur leider dann, wo wir es nicht gebrauchen können. So gilt es jetzt sieben Stunden bis zum nächsten Flug zu überbrücken.

Orchideen Garten Singapur Flughafen

Es gibt sicher schlechtere Flughäfen für einen Layover, aber wir haben etwas Mühe mit dem hochgelobten Flughafen. Alle Ruhezonen sind belegt oder kosten ordentlich Geld. So landen wir letztendlich am Spielplatz, wo die Jungs die Sau raus lassen – man kann es nicht anders sagen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Paul kurz darauf auf dem Boden vor den Toiletten völlig erschöpft einschläft.

One man down

Es sind immer noch 2 Stunden bis zum Boarding und Henry fliegt fröhlich mit seinem imaginären Flugzeug durch das Terminal. Mittlerweile ist es ein Uhr morgens (Darwin Zeit) und der kleine Mann seit fast 19 Stunden wach.

Völlig erledigt am Gate

Leider sitzen wir nicht wie erhofft oben (Singapore Airlines hat das Layout der A380 geändert, nur noch Business und First im Oberdeck). Trotzdem ist das Fliegen mit dem Riesenvogel sehr angenehm. Der Geräuschpegel ist viel geringer als üblich und am tollen Service der asiatischen Airline hat sich in den letzten 20 Jahren nichts geändert. Nach 12,5 sehr langen Stunden ist es soweit – die Schweiz hat uns wieder.

Touchdown in Zürich

Zürich Flughafen präsentiert sich gewohnt effizient – in zwei Minuten durch die Passkontrolle und die Taschen sind auch alle da. Neben Werner’s Papa warten auch liebe Freunde mit Kuchen und Ballons auf uns – was für ein Empfang. Ausserdem hat sich die ganze Familie zum Brunch versammelt, wir sind sprachlos. Vielen lieben Dank noch einmal an alle!

180 Tage waren wir unterwegs, für ein Fazit ist es noch zu früh. Momentan sind wir damit beschäftigt, den riesigen Wäscheberg zu beseitigen und uns wieder an den ungewohnt grossen Wohnraum zu gewöhnen. Heute Mittag war ich völlig perplex, mehr als zwei Töpfe im Schrank zu finden. Die Jungs haben jegliches Spielzeug aus den Schränken gezerrt und im Haus verteilt.

Eins können wir jetzt schon sagen, diese Reise war eine der besten Entscheidungen unseres Lebens. Wir haben viel erlebt, aber auch viel gelernt, vor allem über uns als Familie und den Umgang miteinander. Die Jungs sind in den letzten sechs Monaten unglaublich gewachsen (dies ist mehr in geistiger als körperlicher Hinsicht zu verstehen). Jetzt müssen wir uns alle daran gewöhnen, dass der Papa nicht mehr 24 Stunden am Tag bei uns ist und keinen Bart mehr trägt.

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