In Hobart steuern wir zuerst das Cruisin Depot an. Nachdem der erste Mitarbeiter noch etwas unfreundlich ist, werden wir danach sehr nett bedient. Zwei Stunden später rollen wir mit neuen Batterien, gefüllten Gasflaschen und frischen Handtüchern vom Hof. Seit dem läuft unser Wohnmobil ohne Probleme. Wir hoffen, das bleibt so, denn bis Perth kommen wir an keinem Depot des Vermieters mehr vorbei.
Eigentlich wollten wir noch in die Stadt und danach auf den Mount Wellington, aber angesichts der fortgeschrittenen Stunde entscheiden wir uns nur für den Hausberg von Hobart. Mit seinen 1271 m thront er hoch über der Stadt. Neben unzähligen Wanderwegen bietet er auch eine herrliche Aussicht auf Hobart und die Umgebung. Wir haben fast das Gefühl, auf dem Table Mountain in Kapstadt zu stehen.

Im Hafen liegt ein riesiges Kreuzfahrtschiff und gefühlt alle Passagiere sind oben auf dem Berg. Läuft man jedoch 5 Minuten auf einem der Wanderwege, ist man komplett allein.
Wir wollen eine Nacht auf einem Campingplatz südlich von Hobart verbringen, um morgen nach Bruny Island zu fahren. Leider begrüsst uns mal wieder ein „No vacancy“ Schild. Langsam nervt es echt. Jetzt muss eine schnelle Entscheidung her, denn es ist schon halb vier nachmittags. Wie beschliessen, noch heute nach Bruny Island zu fahren. Zunächst müssen wir aber noch einkaufen und landen prompt vor einem Parkhaus mit 2 Meter Höhenbegrenzung. Eher schlecht mit Wohnmobil.
Mit überdrehten Kindern und halb fertigem Einkaufszettel hetze ich durch den Woolworths während Werner einen Parkplatz sucht und tankt. Fertig mit den Nerven sind wir kurz danach auf dem Weg zur Fähre. Am einzigen Geldautomat weit und breit wollen wir noch Bargeld besorgen, aber der ist natürlich „Out of Order“. Läuft bei uns heute.
Am Fährterminal buche ich uns lieber noch schnell einen Stellplatz auf dem einzigen Caravan Park auf Bruny Island, obwohl dieser einen sehr schlechten Ruf hat. Denn für heute hatten wir genug Aufregung und brauchen nicht noch den „Thrill“ in der Dunkelheit ohne Stellplatz da zu stehen.
Wir können praktisch direkt auf die Fähre rollen und schon legt sie ab. 15 Minuten später sind wir in Roberts Point auf Bruny Island. Und wir sparen sogar noch 30% vom Fahrpreis, weil es schon so spät ist.

Die Abendstimmung ist herrlich und so halten wir noch am Neck Reserve, dem Aussichtspunkt schlechthin auf der Insel. Sie besteht nämlich aus zwei Hälften, die über eine schmale Landenge (The Neck) miteinander verbunden sind. Fast das gesamte touristische Geschehen spielt sich im Süden ab, vieles ist aber nur über gravel roads zu erreichen und damit für uns tabu.

Wir beziehen unser Plätzchen auf dem Campground, der eigentlich wunderschön an einem tollen Strand in Adventure Bay liegt. Leider stimmen die Bewertungen, es fehlt absolut an Liebe hier. Die sanitären Anlagen sind in einem erbärmlichen Zustand, die Duschen so eng, dass selbst Henry sich darin kaum drehen kann. Und dann soll man auch noch extra Geld dafür zahlen. Einzig die Küche ist einigermassen okay.

Am nächsten Morgen überlegen wir hin und her, wo wir die nächste Nacht verbringen wollen. Am Neck Reserve hat es einen Nationalpark Campground, da haben sich allerdings gestern Abend schon die Camper gestapelt und es ist fraglich, ob wir da mit unserem grossen Gefährt einen Platz finden. Alle anderen Plätze sind nur über 20 Kilometer gravel road zu erreichen, das wollen (und dürfen) wir nicht. An der Rezeption erfahren wir, dass am Montag Feiertag ist und alle Stellplätze mit Strom ausgebucht sind. Wir entscheiden uns, noch zwei Nächte hier auf einem Stellplatz ohne Strom zu bleiben. Für Sonntag Abend haben wir noch einen Platz in Hobart ergattert, allerdings auch ohne Strom. Mal sehen, ob unsere Batterien das mit machen. Hobart ist ebenfalls komplett ausgebucht. Es ist Royal Hobart Regatta und Wooden Boat Festival.
In Adventure Bay gibt es einen Wanderweg zum Fluted Cape. 5.4 km klingt machbar, die erste Hälfte soll sogar sehr einfach sein. Danach steigt der Weg Richtung Klippen an. Wir beschliessen zu schauen, wie weit wir kommen. Nach einem kurzen Stück über den Strand geht es über den Grass Point Track zu eben diesem. Selbst Charlie ist nach 2 Kilometern noch bester Laune und so fällt die Entscheidung, die ganze Runde zu laufen.

Rund 5 Minuten später frage ich mich, auf was wir uns da eingelassen haben. Der Weg verläuft teils direkt neben dem Abgrund. Das beschert neben tollen Aussichten leider auch hohen Puls, wenn man mit drei Kindern unterwegs ist.

Dann wird es richtig heftig, es geht etwa eine Stunde einfach nur bergauf. Ich habe wohl die Beschreibung des Wanderweges nicht richtig gelesen oder ignoriert, dass der Weg bis ganz nach oben auf die 272 m hohen Klippen führt.

Verständlicherweise hat Charlie keine Lust mehr. Aber mit ein paar Gummibärchen lässt er sich doch zum Weiterlaufen motivieren. Jetzt geht es zum Glück durch den Wald bergab in Richtung Adventure Bay. Und der kleine Kerl läuft doch tatsächlich die gesamte Strecke (bis auf ein paar Meter am steilen Anstieg zu den Klippen) selbst. Super gemacht Charlie.

Als Belohnung gibt es ein Eis aus dem General Store. Beim betreten des kleinen Ladens klappt uns die Kinnlade runter. Hier gibt es von der Küchenwaage, über komplette Angelausrüstung bis zu sämtlichen Lebensmitteln wirklich alles. Das hätten wir nicht erwartet.
Am Morgen ist es wie voraus gesagt bewölkt und ziemlich kühl. Wir ziehen das erste Mal lange Hosen an und fahren zum Start des Cape Queen Elizabeth Walks. Hier soll es irgendwo am Strand einen Felsbogen geben. Der Weg führt durch die Dünen und ist deshalb stellenweise ziemlich sandig.

Am Strand müssen wir aufpassen, dass wir ohne nasse Füsse um zwei Felsspitzen herum kommen und dann haben wir nach 2.5 km den Felsbogen gefunden.

Zurück am Parkplatz wartet Bruny Island Honey auf uns. Wir nehmen nur zwei kleine Gläser des leckeren Honigs mit, denn wir dürfen später auf unserer Reise keinen nach Westaustralien einführen. Ausserdem gönnen wir uns ein wirklich leckeres Honigeis.

Ein Tourguide, der gerade mit einer grossen Reisegruppe angekommen ist, erklärt uns, dass Samstag der beste Tag auf Bruny ist. Da alle zum Salamanca Market in Hobart wollen, hat es kaum Tagestouristen und somit nur etwa 30% der üblichen Besuchermenge. Gut für uns.
Am nächsten Morgen rollen wir 9:27 am Fährterminal ein, 9:30 legt sie ab. Punktlandung! Es geht zurück nach Hobart, wir wollen in die Stadt wo heute Abend eine Flugshow statt finden soll. Nach einem nötigen Grosseinkauf stellen wir unseren Camper auf dem Hobart Showground ab – ein riesiger Campingplatz, der im Moment umgebaut wird und deshalb etwas einer Betonwüste gleicht. Die Bewertungen auf Wiki Camps sind mies, trotzdem ist der Platz restlos ausgebucht. Wir können uns nicht beschweren, die sanitären Anlagen sind super sauber und man kann mit den Öffentlichen in die Stadt fahren.
An der Waterfront steppt der Bär, das Wooden Boat Festival zieht die Menschenmassen an. Dafür ist der Jahrmarkt der Regatta ein totaler Reinfall. Charlie fährt eine Runde auf einem Karussell, das fast auseinander fällt. Kostet ja auch nur 8 Dollar. Wahnsinn!

Charlie baut sich an einem Stand aus Pinienholz noch ein eigenes kleines Boot zusammen, ein tolles Souvenir.
Dann geht auch schon die Flugshow der RAAF Roulettes (PC 21 Team) los. Selbst ich, die solchen Sachen normalerweise nicht viel abgewinnen kann, bin begeistert. Sie bieten wirklich eine tolle Show.

Anschliessend geniessen wir bei Live Musik noch leckeres Essen auf einem Food Market, ein toller Abschluss dieses Tages.

Nun werden wir die Küste verlassen und uns durch Landesinnere nach Westen vorarbeiten. Hier gibt es noch weitere Bilder von Hobart und Bruny Island.