Auf nach Südaustralien

Und weiter geht die Fahrt Richtung Westen. Heute überqueren wir die Grenze nach Südaustralien. Trotz aller Australien Erfahrung kennen Werner und ich diesen Staat so gut wie gar nicht. Das macht die Reiseplanung nicht einfach, denn die Möglichkeiten sind vielfältig, die Strecken lang und Zeit haben wir nicht wirklich. Aber Südaustralien ist gnädig und schenkt uns eine halbe Stunde dazu.

Zwischen Victoria und Südaustralien besteht eine halbe Stunde Zeitverschiebung

Schon Kilometer vor der Grenze warnen grosse Schilder vor der Quarantäne Pflanzen und Lebensmitteln, welche nicht eingeführt werden dürfen. Im Gegensatz zu Tasmanien nimmt man es hier locker. Auf dem Parkplatz steht eine kleine Haushaltsmülltonne. Wenn hier wirklich jeder alles entsorgen würde, reicht die nie im Leben.

In Mount Gambier legen wir einen Stopp am Umpherston Sinkhole ein. Dieser versunkene Garten war ursprünglich eine Höhle, deren Dach einstürzte. Wir haben nicht viel von diesem Ort erwartet und sind daher sehr positiv überrascht. Vor allem, weil wir ein Possum aus nächster Nähe beobachten können.

Umpherston Sinkhole in Mount Gambier

Und da wir schon mal hier sind statten wir auch noch dem Blue Lake einen Besuch ab. Der Kratersee nimmt in den Sommermonaten eine leuchtende kobaltblaue Farbe an, während er den Rest des Jahres eher grau erscheint. Die Ursache gibt den Wissenschaftlern immer noch Rätsel auf. Wahrscheinlich sind es Algen, die je nach Jahreszeit das Licht unterschiedlich reflektieren.

Blue Lake Mount Gambier

Die letzte Stunde bis zu unserem Campingplatz in Beachport an der Limestone Coast fahren wir wie auch schon den Rest des Tages durch Forstgebiet. Riesige Pinienwälder wechseln sich mit frisch gerodeten Flächen hab, auf den es ausschaut wie nach dem Krieg.

Wir haben uns für einen Stellplatz im hinteren Teil des Platzes entschieden, der abgelegen in den Dünen liegt. Denn hier sollen jeden Abend Wombats vorbei kommen. Es stehen nur noch zwei andere Camper hier, einer belegt aber mit seinem Caravan und Auto gleich zwei Stellplätze. Während wir bis jetzt mit unseren Platznachbarn immer nette Gespräche hatten, werden wir hier nur vom Hund angebellt.

Stellplatz in Beachport

Wir bleiben zwei Nächte, denn die Schulaufgaben und Reiseplanung sollten erledigt werden. In Südaustralien steht ein langes Wochenende an und das bedeutet ausgebuchte Campingplätze. Letztlich entscheiden wir uns für Adelaide und die Eyre Peninsula. Das beschert uns zwar noch ein paar hundert extra Kilometer, aber passt am Besten für die anschliessende Fahrt nach Westaustralien. Am Nachmittag statten wir dem Dorfzentrum einen Besuch ab und sind mal wieder positiv überrascht. Es gibt ein kleinen, aber feinen Spielplatz, mehrere schöne Strände und natürlich den mit 772 m zweitlängsten Steg Südaustraliens.

Beachport Jetty

Auch der Bowman Scenic Drive entlang der Kalksteinküste bietet wirklich wunderbare Ausblicke.

Clifftop Drive Beachport

Die weitere Fahrt nach Adelaide bietet so fantastische Sehenswürdigkeiten wie Larry, The Big Lobster in Kingston. Mit seinen 17 Metern Höhe ist er einer von 31 „Big Things„, die über das ganze Land verteilt sind.

Larry, The Big Lobster

Wir fahren gefühlt endlos lang gerade aus gen Norden vorbei am Coorong National Park, einem riesigen Vogelschutzgebiet, für das wir leider keine Zeit haben. Am nördlichen Ende liegt Meningie, wo wir zwei Begegnungen haben. Die erste ist eher unschön, denn Werner bekommt beim Tanken unerwünschte Gesellschaft.

Ob die wohl in unserem Tank gewohnt hat?

Im Park bekommen wir dann von einer Reisegruppe die Reste ihres überdimensionalen Früchtekorbs geschenkt und kommen so mal wieder in Genuss von Wassermelone und anderen Köstlichkeiten. Die Wassermelonen sind hier so riesig, dass wir sie unmöglich mit einem Mal aufessen können. Und aufgeschnitten, nehmen sie fast den ganzen Kühlschrank ein.

In Tailem Bend erreichen wir unseren Stellplatz für die Nacht. Der Campingplatz liegt zwar direkt neben der Schnellstrasse, bietet aber auch einen super schönen Blick auf den Murray, den grössten Fluss Australiens. Deswegen haben wir uns auch den Luxus einer Riverview Site gegönnt. Mit Aussicht geniessen ist aber erstmal nichts, denn unser Freund der Wind ist zurück und bläst mir fast den Laptop vom Tisch. Zum Glück wird es gegen Abend besser und wir unternehmen noch einen kleinen Spaziergang auf die Insel im Fluss.

Hier hat es unglaublich grosse Vogelscharen, vor allem Kakadus. Sie werden regelmässig mit der Gaskanone vom Campingplatz vertrieben.

Kakadu Schwarm – ohrenbetäubender Lärm

In Adelaide folgen wir zunächst einem Tipp aus Halls Gap und besuchen den Morialta Conservation Park in den Adelaide Hills. Bei der Anfahrt reiht sich Weinberg an Weinberg. Die südaustralischen Weine sind weltbekannt. Im Morialta laufen wir zu einem Wasserfall, der erwartungsgemäss um diese Jahreszeit nicht existent ist. Aber wie versprochen gibt es Koalas. Wir zählen auf den 800 m sechs Stück. Und die Kängurus zeigen sich ebenfalls.

Kängurus im Morialta Conservation Park

Um zu unserem Campingplatz zu gelangen, müssen wir einmal quer durch die Stadt. Da merkt man, dass Adelaide nicht so gross ist, wie die Konkurrenz in Melbourne und Sydney. Der Verkehr ist total entspannt. Wir mieten uns für drei Tage im Discovery Park am West Beach ein. Mit Pool, Spielplatz, direktem Strandzugang und Bushaltestelle vor der Tür der perfekte Platz für uns.

Schweres Gerät am West Beach in Adelaide

Ein Besuch in Adelaide darf natürlich nicht fehlen, obwohl es laut unseren Campingnachbarn da nichts zu sehen gibt. Der Bus bringt uns in 10 Minuten nach Glenelg und von da geht es mit der Strassenbahn weiter in die City.

Warten auf die Strassenbahn

Wir laufen ein wenig über die Shopping Meile Rundle Mall und finden tatsächlich ein paar Andenken. Gegen Mittag wird es wirklich heiss und wir fahren nach einem Snack im Central Market zurück nach Glenelg. Hier gibt es das obligatorische Eis, was fast jeden Tag ein kleines Loch in die Reisekasse frisst. Zwischen 6 und 8 Dollar pro Kugel werden fällig.

Teurer Genuss

Unser letzter Tag hier wird dazu genutzt, im Wohnmobil mal wieder etwas Ordnung herzustellen, zu waschen und Schulaufgaben zu erledigen. Uns stehen jetzt einige sehr lange Fahrtage bevor, denn in 10 Tagen sollten wir in Esperance in Westaustralien sein. Mit dem „Umweg“ über die Eyre Peninsula sind das satte 2500 km.

Bye Bye Adelaide

Hier gibt es noch mehr Fotos von der Limestone Coast und Adelaide.