Affenalarm im Sandkasten

Etwas wehmütig nehmen wir Abschied von unserem kleinen Paradies. Heute liegt die längste Etappe unserer Südafrika Rundreise vor uns. Am Abend werden fast 400 km auf der Uhr stehen. Bei Regenwetter starten wir bereits kurz nach 7 Uhr und rollen pünktlich eine Stunde später in Knysna zum Frühstück ein. Hier gibt es ein großartiges Café, welches wir bereits von unseren früheren Besuchen kennen. Zum Glück sind wir so zeitig da, schon 15 Minuten später muss man auf einen Tisch warten. Die Jungs sind im Croissant Himmel und verputzen eines nach dem anderen.

Weiter geht die Fahrt immer entlang der N2 nur unterbrochen von einem kurzen Einkaufsstopp in Mossel Bay. Im Food Lovers Market decken wir uns mit Obst und Gemüse ein, hier gibt es 9 Mangos für umgerechnet 3 CHF!

Die Fahrt läuft dank Sam super. Selbst die letzten 40 km Schotterpiste bis zu unserem Tagesziel, dem De Hoop Nature Reserve, bringen wir ohne Beschwerden hinter uns. Leider hat sich der zwischenzeitliche Sonnenschein wieder in grauen Himmel verwandelt. Ich hole den Schlüssel zu unserem Häuschen ab und lächle nur müde als der Rezeptionist meint «Ihr habt das Baboon (Pavian) Haus, immer alle Fenster und Türen geschlossen halten.» Da es ziemlich streng riecht, fast als hätte jemand das Petroleum für die Lampe verschüttet, öffnen wir die Fenster zum Lüften. Während wir das Auto entladen, schreit Paul hinter mir. Ich drehe mich um und schreie auch – da sitzt doch tatsächlich ein Pavian mit unserem Brot in der Hand! Der Affe ist scheinbar genauso erschrocken wie wir, lässt das Brot fallen und macht sich aus dem Staub. Nicht ohne bei seinem Rückzug auch noch ein paar Häufchen auf Boden und Bett zu hinterlassen. Der Name des Hauses ist wohl leider Programm.  Während wir die Sauerei beseitigen und alles verriegeln, zieht Affe um Affe an unserem Haus vorbei. Wohl auf der Suche nach leichter Beute bei den Neuankömmlingen.

Wir fühlen uns wie im Gefängnis und der Gestank im Haus ist bei geschlossenen Fenstern fast nicht auszuhalten. Zudem hat Werner entdeckt, dass unser reparierter Reifen wieder Luft verliert. Die Stimmung ist auf dem Nullpunkt angelangt.

Als wir an der Rezeption nach sauberem Bettzeug fragen und unser Problem mit dem Geruch schildern, bekommen wir, ohne zu fragen ein anderes (viel grösseres) Haus angeboten. Also noch einmal alles ein- und wieder ausladen. Aber jetzt geht es uns schon sehr viel besser.

Der nächste Morgen begrüsst uns mit strahlend blauem Himmel und wir machen uns auf den Weg nach Koppie Alleen zu den grossen Dünen, für welche De Hoop bekannt ist.

Koppie Alleen

Die Jungs sind vom Strand und dem riesigen Sandkasten begeistert und toben herum. Den Nachmittag verbringen wir am Pool. Beim erneuten Dünenbesuch rennen Henry und Paul hinab und wieder hinauf bis sie total verschwitzt sind. An diesem Abend dauert es nicht lange, bis sie im Land der Träume sind.

Dünenkletterer

Der letzte Stopp bevor es nach Kapstadt geht ist Cape Agulhas, der südlichste Punkt von Afrika. Hier übernachten wir noch einmal in einem Camp von Sanparks, das traumhaft schön direkt am Meer gelegen ist. Leider stürmt es wie verrückt als wir ankommen und der Wind zieht durch alle Ritzen. Die langen Hosen und Socken also doch nicht umsonst mitgenommen.

Etwas windig

Zum Glück ändert sich das Wetter hier rasend schnell und schon am Abend können wir einen schönen Sonnenuntergang geniessen.

Agulhas Restcamp im Abendlicht

Am nächsten Morgen laufen wir einen kleinen Wanderweg ums Camp. Der Weg führt durch die Dünen und zum Schluss am Meer entlang. Paul läuft die ganzen 3 km selbst, nur das ständige «Entsanden» der Schuhe sind wir bald leid.

Wer braucht schon Schuhe

Es ist zwar immer noch recht frisch, aber das hält unsere zwei Wasserratten nicht von einem Bad im Meer ab.

Man beachte den Papa im Pullover (Frostbeule)

Bevor das Kap verlassen, besuchen wir noch den südlichsten Punkt Afrikas und den Leuchtturm. Als wir Tickets kaufen wollen, werden wir darauf hin gewiesen erst einmal die «Treppen» zu begutachten, da wir ja zwei kleine Kinder dabei haben. Beim Anblick der Leitern, bin aber dann ich diejenige, die einen Rückzug macht.

Mami ist ein „Fürchtbutz“

Werner und die Jungs kraxeln bis ganz nach oben und wagen sich bei ziemlich heftigem Wind sogar nach draussen.

Auf dem Leuchtturm

Jetzt sind wir in Kapstadt angekommen, wo wir uns die nächsten zwölf Tage etwas von der Rundreise erholen wollen.

3 Antworten auf „Affenalarm im Sandkasten“

  1. Bei dem Leuchtturm waren wir auch schon .

  2. Tolle Blogs! Finde es extrem spannend eure Reise mit zu verfolgen. Ich wünsche euch weiterhin ganz viel Spass und Freude. Geniesst die Zeit.

    Liebe Grüsse aus dem verschneiten Appenzell
    Kaltrim

  3. Hallo ihr vier, beim Lesen eures Blogs platzt man fast vor Neid, obwohl ich auch zugeben muss, dass es landschaftlich schon viele Parallelen zu Mexiko gibt. Es macht richtig Spaß euch so zu verfolgen und ich bin schon gespannt auf den nächsten Bericht.

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