Kapstadt

Heute ist unser letzter Tag in Kapstadt. Obwohl wir noch eine Woche in Südafrika verbringen dürfen und unsere Reise noch ganze 5 Monate dauert, schwingt doch etwas Wehmut mit. Die Stadt am Fusse des Tafelberges hat uns in ihren Bann gezogen. Wie bei den letzten beiden Aufenthalten hatten wir auch diesmal wieder eine tolle Zeit hier als Familie.

Ursprünglich hatten wir Respekt vor einer Reise im Januar, angeblich ist alles überfüllt uns es sei zu heiss. Wir können beides absolut nicht bestätigen. Die Stadt erlebt gerade den kältesten Sommer seit Jahren. Die Temperaturen liegen aber immer noch im Schnitt bei 25 Grad und abends kühlt es angenehm ab. Perfekt! Einzig der starke Wind kann recht unangenehm sein, dazu später mehr.

Die südafrikanischen Sommerferien waren in diesem Jahr schon am 08. Januar zu Ende und dem entsprechend ist auch überhaupt nicht viel los. Bei keiner Touristenattraktion mussten wir anstehen, im Gegenteil, wir haben den Tafelberg noch nie so leer erlebt. Viele Gästehausbetreiber klagen über ausbleibende Touristen, wahrscheinlich die Nachwehen der Wasserkrise. Davon merkt man hier fast nichts mehr, durch den regenreichen Winter sind fast alle Restriktionen aufgehoben. Völlig unverständlich, denn die Wasserknappheit in Kapstadt besteht natürlich weiter.

Unterkunft

Übernachtet haben wir auch diesmal wieder auf der African Family Farm in Hout Bay. Die Eigentümer Sabine und Stefan sind aus Deutschland ausgewandert und haben hier einen waren Kindertraum geschaffen.

African Family Farm

Die fünf Selbstversorger Häuser sind um einen grossen Garten mit Pool, Schaukeln und Sandkasten gruppiert. So hat man den Nachwuchs immer im Blick und kann auch mal entspannt auf der Terrasse sitzen (bis das nächste «Paaaaaapiiiii» erklingt). Ausserdem gibt es auch jede Menge Tiere. Die kleine schwarz-weisse Katze Robin hat sich bei uns immer sehr wohl gefühlt.

Die kleine freche Robin

Falls einmal schlechtes Wetter herrschen sollte, kann man den Gemeinschaftsraum mit Spielen und Büchern nutzen. Hier steht auch der Kühlschrank, aus dem man sich auf Vertrauensbasis Getränke nehmen kann. Unser Papa machte regelmässig den Vorrat an alkoholfreiem Radler platt.

Der grösste Vorteil ist jedoch, dass hier nur Familien übernachten dürfen, so stört sich auch keiner, wenn mal wieder ein Wutanfall den nächsten jagt. Und es hat immer genügend Spielgefährten.

Essen

Restaurants (viele auch mit Take Away) gibt es in Hout Bay und auch in den anderen Stadtteilen unzählige. Die Preise sind für schweizer Verhältnisse sehr moderat – wir haben zu viert nie mehr als CHF 45 bezahlt – und da war sogar ein Glas Wein für Mami dabei. Sehr oft gibt es Spielplätze, wie zum Beispiel im Dunes in Hout Bay, wo die Tische im Sand direkt neben dem Klettergerüst stehen.

Dunes Restaurant

Ausflüge

Table Mountain

Mit unseren zwei «Bähnli-Freaks» ganz klar das Wichtigste bei einem Kapstadt Aufenthalt. Man kann den Berg zwar auch wandernd erklimmen, aber das hätte dem jüngsten Familienmitglied wohl nur ein «Ich lauf sicher nöd!» entlockt. Also sind wir ganz entspannt mit der Seilbahn nach oben gefahren. Dort angekommen könnte man die wunderschöne Aussicht auf die Stadt und umliegenden Strände auf einem Rundweg geniessen. Alternativ aber auch vehement ein Eis mit anschliessender sofortiger Talfahrt einfordern.

Picknick auf dem Tafelberg

Cape of Good Hope

Der südwestlichste Punkt des afrikanischen Kontinents mit seinem berühmten Holzschild zieht täglich tausende von Touristen an. Deshalb haben wir uns diesmal sehr früh auf den Weg gemacht. Bereits auf der Fahrt merkten wir jedoch, dass wir im Wetterbericht mal lieber nicht nur auf die strahlende Sonne, sondern lieber auf die Windgeschwindigkeiten geachtet hätten.

Leicht windig

Und dabei waren die Werte sicher noch untertrieben. Als ich am Tor zum Nationalpark unser Ticket gekauft habe, wurde ich fast weggeblasen. So viel Volumen wie am Ende des Tages hatte ich noch nie in meinen Haaren. Dann kamen uns auch noch sage und schreibe 5 Reisebusse entgegen und wir zweifelten stark an unserem tollen Plan. Am Kap waren wir dann aber wirklich fast allein und ein freundlicher Guide hat ein Familienfoto von uns gemacht, welches den Titel «Vom Winde verweht» sicher verdient hätte.

Vom Winde verweht

Alle Wanderpläne werden begraben und wir sind stattdessen noch zum Cape Point gefahren, wo sich der Leuchtturm befindet. Leider kamen zeitgleich gefühlt 500 Chinesen an und wir mussten Henry in Schutz nehmen. Blonde Kinder sind die Attraktion schlecht hin und mehr als einmal verneinen wir die Frage nach einem Foto mit ihm. Wenigsten haben diesmal alle gefragt, das haben wir auch schon ganz anders erlebt.

Der Eintritt in den Nationalpark ist nicht ganz günstig, deshalb unbedingt das Wetter checken und so zeitig wie möglich fahren. Als wir gegen 11 Uhr auf dem Rückweg waren, stand vor dem Tor eine lange Autoschlange.

Pinguin Kolonie Boulders Beach

In Simonstown kann man afrikanische Pinguine auf einem Boardwalk besichtigen, wo sich meistens ebenso viele Touristen wie Pinguine befinden. Im Eintritt inbegriffen ist aber auch der Zugang zum Boulders Beach. Der Strand ist durch Felsen geschützt, deshalb ist das Meer hier nicht so stürmisch und perfekt für Kinder zum Baden geeignet. Das finden wohl auch die Frackträger und mit etwas Glück schwimmen sie direkt neben einem durch das Wasser. Unbedingt die Gezeiten beachten, bei Flut ist vom Strand nicht viel übrig.

War da nicht mal was?

Imhoff Farm

Kleiner Farmpark mit einigen Läden, Streichelzoo und Farm Shop. Im Restaurant (mit tollem Spielplatz) gibt es sehr gute Pizza und auch der Rest der Speisekarte kann voll überzeugen. Von den Tischen hat man einen super Blick auf den Noordhoek Beach.

Das ist mal eine Schaukel

Cape Point Vineyards Community Market

Jeden Abend im Sommer – hier hat man die Qual der Wahl – von Sushi über Pizza bis zu super leckerem Fleisch gibt es hier alles. Gegessen wird an langen Tischen oder auf dem Rasen. Alternativ kann man hier auch ein Picknick mit Weinprobe machen.

Cape Point Vineyards Community Market

Kirstenbosch

Sehr schöner und grosser botanischer Garten mit Treetop Walk. Im Sommer finden hier sonntags auch Konzerte statt. Picknick mitbringen und geniessen.

Kirstenbosch Tree Top Walk

Blue Train Park Mouille Point

Für kleine Zug Fans ein schöner Ausflug. Die Bahn ist zwar schon etwas in die Jahre gekommen und macht bei der Fahrt teils abenteuerliche Geräusche, aber im Eintritt ist auch der Zugang zu einem schönen Spielplatz inbegriffen.

Thumbs Up

Waterfront

Riesige Shoppingmalls, teure Restaurants und jeder zweite will einem einen Bootsausflug oder Helikopterflug verkaufen. Aber irgendwie muss die Touristenmeile mit dem Tafelberg als Kulisse bei jedem Kapstadt Besuch dabei sein. Wir haben diesmal das Two Oceans Aquarium besucht und es lohnt sich.

Fisch im Aquarium

Und es gibt noch so viel mehr – die Winelands, die Westcoast, Bo-Kaap, das hippe Woodstock und natürlich Strände. Die Wassertemperatur steigt hier dank einer kalten Meeresströmung auch im Sommer selten über 18 Grad (für Ostseeerprobte Urlauber sollte das aber kein Problem darstellen). Die besten Badestrände mit Kindern sind unserer Meinung nach Boulders Beach und St James Beach an der False Bay.

St James Tidal Pool

Jetzt freuen wir uns auf Jana und ihre Familie in Johannesburg.

Ein Kommentar bei „Kapstadt“

  1. Ihr lieben vier,
    wir denken an Euch, freuen uns über jedes Rauchzeichen von Euch, jeden einzelnen stets so liebevoll verfassten Bericht, über Eure Bilder und lesen fleissig mit. Wenn Ihr zurück seid, macht bitte unbedingt ein Reisebuch mit Tipps für Familien on tour daraus!!! Einstweilen winken wir Euch aus dem Schneelöchli – heute mal ohne Strom 😉 Die drei Nachbarn

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