Auf nach Johannesburg, glaubt man einschlägigen deutschen Medien ist es fast unmöglich die Stadt lebend wieder zu verlassen. Da haben wir bis jetzt wohl immer grosses Glück gehabt. Sogar die Autokennzeichen tragen am Ende ein GP – Gangsta’s Paradise (okay es steht für Gauteng Province). Noch bevor wir jedoch einen Fuss auf den Boden einer der – rein statistisch gesehen – gefährlichsten Städte der Welt setzen, werden wir fast zu Kriminellen.
In der Warteschlange der Sicherheitskontrolle am Flughafen in Kapstadt fällt mir ein, dass unser Taschenmesser die letzten Wochen in der Kameratasche gewohnt hat. Die Kameratasche ist im Rucksack, der auf meinem Rücken sitzt. Und das Taschenmesser natürlich auch! Ich bin schon drauf und dran alles zu beichten, aber Werner meint «Klappe halten». Und er soll Recht behalten, keiner bemerkt das Messer oder vielleicht interessiert es auch einfach nicht. In Zürich mussten wir noch unsere gesamte Kameraausrüstung, Laptop, iPad und so weiter einzeln auf das Band packen. Hier nichts dergleichen. Glück gehabt, so muss der Schweizer nicht den Rest der Reise ohne sein Taschenmesser verbringen.
In Johannesburg wartet schon Jana auf uns und wir umfahren gekonnt den Rushhour Verkehr. Es folgt ein wirklich entspanntes Wochenende mit viel Zeit zum Reden und Spielen. Am Samstag Abend zaubern unsere Gastgeber ein leckeres Abendessen vom Braai (das südafrikanische Wort für Barbecue) und die Kinder spielen bis 22 Uhr draussen.

Andre zeigt uns auch eine seiner Maschinen, beim zweiten Ausflug hat er dann auch den Schlüssel dabei.

Am Sonntag machen wir noch einen kleinen Ausflug zum Walter Sisulu Botanical Garden, der wirklich schön ist. Es gibt einen kleinen Wasserfall und man könnte, wenn man nicht so lauffaul wäre, auch eine kleine Wanderung machen.

Am Montag heisst es vorläufig Abschied nehmen und wir brechen gen Norden auf zum Pilanesberg Nationalpark, welcher nur 2 Stunden von Johannesburg entfernt ist. Der malariafreie Park hat uns bereits 2016 sehr gut gefallen. Auf dem Weg fahren wir an unzähligen Platinminen vorbei, dazwischen immer wieder trostlose Siedlungen, in denen kleine Kinder an der Strasse spielen. Der Kontrast zu unserem heutigen Tagesziel könnte nicht grösser sein – ein Resort mit Wasserpark. Wir bewohnen eine Villa mit zwei Schlafzimmern und einem Privatpool gut abgeschirmt hinter einem hohen Zaun.
Die nächsten zwei Tage geniessen wir das warme Wetter am Pool oder auf den Wasserrutschen. Der ein oder andere Drink darf auch dabei sein.

Am Morgen und Nachmittag gehen wir jeweils auf Game Drive, natürlich nicht ohne Sam. Während wir am Anfang noch fast keine Tiere sehen, kommen wir am Abend des ersten Tages in 1 ½ Stunden gerade mal 6 km weit. Es ist typisch – immer, wenn einem die Zeit im Nacken sitzt (um 19 Uhr schliessen die Tore), folgt ein Highlight dem anderen. Zuerst Elefanten, dann zwei Nashörner direkt neben der Strasse.

Und zum krönenden Abschluss noch Leoparden. Hier zeigt sich auch mal wieder, dass einige Menschen auf der Jagd nach dem besten Foto alle Regeln vergessen.


Am Morgen des zweiten Tages warten wir gerade darauf, dass sich die Löwen, welche im hohen Gras direkt neben der Strasse liegen, erheben. Da tönt es von der Rückbank «Papi, ich muss aufs Klo» Leider nicht nur Pipi. Kind Nummer 2 hat am Parkeingang das mehrmalige Fragen, ob denn noch jemand zur Toilette muss, wohl gekonnt überhört. Also lassen wir die Löwen weiter in der Sonne dösen und gehen wichtigeren Dingen nach.

Dann heisst es leider Abschied nehmen vom Pilanesberg, von Südafrika und leider auch von Jana und ihrer Familie. Wir hatten eine großartige Zeit bei euch und sind euch unendlich dankbar für alles. Jetzt haben wir uns zweimal innerhalb von 6 Wochen gesehen. Das haben wir selbst nicht geschafft, als wir noch im selben Land gelebt haben.

Vor unserem Abflug gehen wir noch alle gemeinsam zum Papachinos, einem Restaurant mit riesigem Spielplatz (oder vielleicht ist es auch ein Spielplatz mit Restaurantzone für die Eltern). Die Kids geben noch einmal alles uns sind völlig ausgepowert. Das lässt hoffen, dass sie auf dem anstehenden Flug nach Perth schlafen werden.
Schön das es euch gut geht und noch ganz viel Spass. Wir vermissen euch…
Hoi Sebastian, wir vermissen euch auch, zumindest ein Bisschen
wir freuen uns schon auf euren nächsten Besuch. Kuss & Gruss
Wir kommen wieder, keine Sorge 🙂
Ja, das hoffen wir inständig! 😀