Back in the land of Oz, nach fast genau 10 Jahren werde ich wieder australischen Boden betreten. Davor gilt es jedoch die Immigration zu überwinden. Der Fahrer unseres Taxiunternehmens meinte „Eine Stunde reicht locker, Perth ist ein kleiner Flughafen.“ Dann haben wir wohl ausgesprochenes Pech gehabt. Nach etwas mehr als 9 Stunden Flug landet unser South African Airways Flug aus Johannesburg leider mit 20 Minuten Verspätung.

Das bedeutet , dass die anderen internationalen Flüge vor uns gelandet sind. Wir stehen als gefühlt letzte Passagiere an der Passkontrolle. Die Schlange bewegt sich im Schneckentempo vorwärts. Wir sind heilfroh, dass der Flughafen Perth kostenlose Buggys zur Verfügung stellt. Zusätzlich zu unseren gefühlt 50 kg Handgepäck noch 15 kg Kind auf dem Arm zu haben, würde uns wohl jetzt den Rest geben.
Nachdem die Passkontrolle überwunden ist, holen wir unsere Taschen ab und stellen uns wieder an – die Quarantine wartet. Australien hat sehr strenge Regeln, wenn es darum geht, was in das Land eingeführt werden darf. Besonders in Sachen Lebensmittel, Pflanzen, Samen und auch benutzte Campingausrüstung versteht man hier keinen Spass. Wir haben zur Sicherheit unsere Wanderschuhe angegeben, die interessieren heute aber wenig. Ich habe da noch Erinnerungen an einen Abend in Darwin, als ich meinen gesamten Rucksack auspacken durfte. Geschätzt zwei Stunden nach Landung, steigen wir dann endlich in unser Taxi. Wir haben extra einen Service mit Kindersitzen gebucht, denn ab jetzt sind wir ohne eigene Sitze unterwegs. Europäische Kindersitze sind wohl für Australien nicht gut genug, jedenfalls sind sie hier nicht zugelassen. Und im Fall der Fälle (der hoffentlich nie eintritt) zahlt dann auch keine Versicherung.
Bei Travel Car Centre werden wir von Thomas auf schweizerdeutsch empfangen und Henry ist einmal mehr verwirrt, warum denn der Mensch da jetzt kein Englisch spricht. Ich bin es allerdings auch, denn ich höre da noch einen anderen, mir sehr bekannten Dialekt. Im Verlauf der Übernahme stellt sich dann auch heraus, dass Thomas ursprünglich aus Riesa stammt, aber 15 Jahre in der Schweiz gelebt hat. Die Sachsen sind doch wirklich überall.
Wir merken sofort, dass wir mit dieser kleineren, unabhängigen Camperfirma die richtige Wahl getroffen haben. Unser „Herbert“ ist zwar Baujahr 2011 und hat knapp 300.000 km auf der Uhr (das ist für australische Verhältnisse noch sehr wenig), aber ist sowohl innen als auch aussen top in Schuss. Thomas nimmt sich viel Zeit für uns und erklärt alles ganz genau und wir dürfen unsere Campingausrüstung selbst zusammen stellen. Gegen 15 Uhr rollen wir endlich vom Hof. Wir sind unglaublich froh, heute nicht mehr weit fahren oder einkaufen zu müssen. Denn das hat alles viel länger gedauert als gedacht.

Britta, eine liebe Freundin von mir, die ich seit meinen Liverpool-Tagen kenne, überlässt uns freundlicherweise ihr Haus und zieht dafür extra für das Wochenende zu ihrer Nachbarin. Hier auch noch einmal ganz lieben Dank dafür. Die Jungs können es allerdings gar nicht verstehen, dass wir nicht sofort mit dem Campervan los ziehen. Als Entschädigung, gehen wir noch kurz zum Strand und geniessen unseren ersten australischen Sonnenuntergang inklusive Delfinen. Was für ein Start! Nach einer leckeren Pizza zum Abendessen, fallen wir alle erschöpft in unsere Betten. Entgegen aller Befürchtungen, schlafen die Jungs super. Wir gratulieren uns schon zum nicht vorhanden Jetlag. Bis zur nächsten Nacht, in der beide Jungs für 4 Stunden hellwach sind.
Beim ersten Einkauf im Supermarkt kommt auch der erwartete Preisschock – dabei stehen wir im Aldi, der noch um einiges günstiger ist, als die grossen Ketten Woolworths und Coles. Dann gilt es, den Einkauf und unser Hab und Gut, im Camper zu verstauen. Am Ende des Nachmittags ist auch diese Aufgabe vollbracht und wir können am nächsten Tag Richtung Süden starten. Dazu mehr im nächsten Beitrag.
