Strände und ein jähes Ende

Von Walepole geht es weiter Richtung Denmark. Wir übernachten auf dem Campingplatz einer Schaffarm. Wieder sehr einfach, aber wir fühlen uns sofort wohl und beschliessen direkt, zwei Nächte zu bleiben. Unsere schweizer Nachbarn spendieren mir ein Glas Wein, stilecht im bunten Plastikbecher.

Unseren Ruhetag verbringen wir am Greens Pool im William Bay Nationalpark. Die Bucht ist durch Felsen vor grossen Wellen geschützt und daher vor allem bei Familien beliebt. Beim Anblick der Bucht fällt uns mal wieder die Kinnlade herunter, einfach wunderschön.

Greens Pool von oben

Nach dem Strandtag machen wir noch einen Abstecher zur benachbarten Bucht, wo sich die Elephant Rocks befinden. Eine Felsformation, die von oben tatsächlich wie eine Herde Elefanten wirkt.

Elephant Rocks

Als wir wieder auf dem Campingplatz ankommen, haben wir neue Nachbarn – ebenfalls ein Camper von Travel Car Centre. Wir kommen ins Gespräch und ich muss schmunzeln, denn der Akzent des Herrn kommt mir sehr bekannt vor. Und ich habe recht, er kommt aus Liverpool. Seine Frau ist Französin und die beiden haben einen grandiosen Humor.

Am nächsten Morgen ist alles wolkenverhangen und es regnet sogar ein wenig. Henry freut das sehr, denn endlich kann er im Camper frühstücken.

Unsere Essecke

Denmark begrüsst uns direkt mit skandinavischem Wetter – Regen und Wind. Wir beschliessen, bis Albany weiter zu fahren und uns dort einen Campingplatz zu suchen. Unsere letzten Gastgeber haben uns noch einen Tipp für günstiges Obst und Gemüse mit gegeben. Und so stehen wir in einer riesigen Markthalle zwischen 20 kg Säcken mit Kartoffeln und Strohballen.

Noch Rüebli gefällig

Im Torndirrup Nationalpark gibt es spektakuläre Felsformationen zu bestaunen. Über der Felsspalte „The Gap“ thront die Aussichtsplattform 40 Meter über dem Meer.

Nichts für schwache Nerven

Mit Albany werden wir nicht so richtig warm. Der Himmel präsentiert sich grau in grau, das sind wir nicht mehr gewohnt. Und dazu finden wir keinen Campingplatz, alles scheint ausgebucht. So viel zum Thema Nebensaison und spontan reisen. Es ist Wochenende und Hundeshow. Auf einem Platz, der auch ausgebucht ist, besorgt man uns netterweise einen Stellplatz bei der Konkurrenz. Zunächst sind wir wenig begeistert über den engen Stellplatz. Aber im Nachhinein stellt es sich als Glücksgriff heraus, denn wir stehen direkt am Spielplatz. Und der wird für den nächsten Tag das zu Hause von Henry und Paul. Wir sehen sie eigentlich nur zum Essen.

Am Montag Morgen sind wir wieder auf der Strasse. Ein Abstecher zum Two Peoples Nature Reserve muss aber noch sein. Bei dem Anblick sind wir wieder ein wenig traurig, nicht mehr Zeit zu haben.

Little Beach im Two Peoples Bay Nature Reserve

Aber wir haben eine Reservation für den Lucky Bay Campground im Cape Le Grand Nationalpark. Der Platz ist so beliebt, dass man mindestens zwei Wochen im Vorraus buchen sollte. Und das bestimmt jetzt unsere weitern Reisepläne. Deshalb Fahren wir die 500 km bis Esperance auch an einem Stück. Selbst hier in der absoluten Einöde gibt es fantastische Spielplätze, um die Jungs etwas Toben zu lassen. An einem Roadhouse gönnen wir uns zwei Kaffee und Eis für insgesamt AUD 33 (knapp 25 Franken). Wenigstens war der Kaffee gut. Wir haben einen Campingplatz reserviert, nachdem die ersten drei Anrufe schon wieder nur Absagen eingebracht haben. Unser Stellplatz ist nicht besonders schön, mit Blick auf die Rückwand einer Cabin, aber das ist uns jetzt egal.

Dann steht mal wieder einer der ungeliebten Admin Tage an. Wäsche waschen, Einkaufen, kleine Reparaturen. Die Fahrt in den Cape Le Grand Nationalpark dauert nur eine Stunde und so sind wir am nächsten Morgen recht zeitig am Lucky Bay Campground. Da ist sie also – die berühmte Bucht mit den Kängurus am Strand. Die Lage und Ausstattung ist fantastisch, kein Wunder, dass es fast unmöglich ist, hier unter zu kommen. Es gibt sogar heisse Duschen. Zunächst machen wir aber Bekanntschaft mit dem Wind, der hier fast immer an der Tagesordnung ist.

Unser Strandzelt funktioniert auch als Drachen

Die Kängurus lassen auch nicht lange auf sich warten.

Komisches Exemplar

Am Abend zieht ein Gewitter auf, was das noch für Folgen haben wird, merken wir am nächsten Tag.

Gewaltige Blitze

Wir haben einen Traumtag, es ist fast windstill und wir geniessen die Zeit am Strand.

Akkrobatik

Dann bemerken wir am Horizont schwarze Rauchwolken, schnell wird klar, dass es sich um einen Buschbrand handelt. Die Ranger wollen am Nachmittag entscheiden, ob der Campingplatz evakuiert werden muss. Das wäre wirklich sehr schade, denn morgen hat Werner Geburtstag. Doch wir haben Glück und dürfen noch eine Nacht bleiben. Allerdings sind sämtliche anderen Strände und Wege im Nationalpark bereits geschlossen.

Rauch am Himmel

Der Papa wird mit Kuchen und einem Geburtstagsständchen geweckt.

Happy Birthday

Dann müssen wir wirklich unsere Sachen packen, wir hatten aber sowieso nur 2 Nächte gebucht und so wirklich Glück gehabt. Der Park bleibt das ganze Wochenende geschlossen. Das war einer der Höhepunkte unserer Reise und die lange Anfahrt allemal wert.

Känguru am Strand

Esperance selbst hat nicht viel zu bieten und unser Campingplatz ist wohl der schlechteste auf der ganzen Tour. Die Strände rund um die Stadt sind allerdings Weltklasse und so fahren wir noch einmal zur Twilight Cove, wo wir doch tatsächlich unseren Freund aus Liverpool wieder treffen.

Twilight Cove

Auf der langen Rückfahrt nach Perth legen wir einen Zwischenstopp in Hyden am Wave Rock ein. Auch hier gefällt es uns ausgesprochen gut. Es ist aber das erste Mal auf unserer Reise hier in Australien so richtig heiss und wir sind froh um den Swimming Pool. Ein Besuch beim Felsen, der die Form einer riesigen Welle (daher auch der Name) hat, darf natürlich nicht fehlen. Hier erleben wir die Instagram Influencer in Aktion – eine Gruppe Chinesen braucht geschätzt eine Stunde für Fotos in jeglicher Position und nervt uns gewaltig. Henry hat aber sowieso seine ganz eigenen Vorstellungen, wie unser Foto auszusehen hat.

Flugzeug hab ich gesagt, Papa!

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